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Demo-Route und Zeitpunkt des Naziaufmarschs

Die Nazis haben gegen die Verlegung des Startzeitpunktes ihres Aufmarsches von 13:00 auf 16:00 Uhr geklagt und das Verwaltungsgericht hat ihnen RECHT gegeben. Aus dem Beschluss:

“Die Verschiebung des Beginns der Versammlung auf 16.00 Uhr ist nicht gerechtfertigt. Der Veranstalter hat ein Selbstbestimmungsrecht im Hinblick auf Ort, Zeit und Ablauf der Veranstaltung. (…)

Die Strecke verläuft vom Bahnhof über Bleckeder Landstraße, Auf dem Kauf, Ilmenaustraße, Altenbrückertorstraße zurück zum Bahnhof. (…)

Der pauschale Hinweis der Stadt Lüneburg auf die Gefahr, dass polizeiliche Sicherungslinien umgangen oder durchbrochen werden könnten (…) ist bei einem Beginn des Aufzugs um 13.00 Uhr nicht anders zu bewerten als bei einem Beginn um 16.00 Uhr. Im Ergebnis kann die Versammlung deshalb um 13.00 Uhr beginnen, und sie muss – da über die Gesamtdauer von drei Stunde beim Kooperationsgespräch Einverständnis erzielt worden ist – drei Stunden später beendet sein.”

Die gesamte Pressemitteilung ist hier zu finden:

Pressemitteilung VG-Lüneburg

Quelle: www.netzwerk-gegen-rechts.net

Route der Bündnis-Demonstration steht fest

Die Stadt Lüneburg hat nun eine Route für die Bündnisdemo gegen den Naziaufmarsch festgelegt.
Die Bündnisdemo soll am 11. April wird wie geplant auf dem Lambertiplatz starten. Beginn ist um 10 Uhr.
Die Abschlußkundgebung wird nun im Park am Schifferwall (an der Reichenbachstr.) stattfinden.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Gedenkstein am Standort der ehemaligen Synagoge, die 1938 abgerissen werden musste. Auf der Wiese des Abschlußkundgebungsortes, befindet sich ein Reiterstandbild, welches 1939 von den Nazis errichtet wurde.

Vertreter_innen der Kirche, Gewerkschaften, Schüler_innen, Stadtratsparteien, Geschichtswerkstatt und der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen werden auf den Bündnisveranstaltungen sprechen.

Auch wenn die Abschlußkundgebung außerhalb der Innenstadt und ohne Öffentlichkeit stattfindet und die Stadt Lüneburg dem Bündnis den Platz Am Sande oder den Clamartpark verweigert, wurde die vorgeschriebene Route akzeptiert.

Der Abschlußkundgebungsort befindet sich knapp 500 Meter von der Naziroute entfernt.
Unabhängig von der Bündnisdemo rufen verschiedene Gruppierungen dazu auf, sich den Nazis direkt in den Weg zu stellen.

Quelle: www.nazis-aufhalten.de

SchülerInnen-Jingle

Aufruf des Stadt- und KreisschülerInnenrats zum 11. April

als Acapella

mit musikalischer Untermalung des „Löwenzahn (Swingking RMX)“ von Konecho RNB

Kungebung am Sande

Am vergangenen Samstag führte die Antifastistische Aktion Lüneburg / Uelzen sowie der DGB eine Kundgebung bzw. einen Infotisch auf dem Sande durch. Getragen von rund 150 Menschen wurden unzählige Flugblätter verteilt und die Lüneburgerinnen und Lüneburger über den bevorstehenden Nazi-Aufmarsch informiert.
Zeitgleich führten ca. 30 Neonazis einen Infotisch an der Willy-Brandt-Straße durch. Da sich die Rechtextremen in einem weitgehend menschenleeren Park befanden, beendeten sie ihre Aktion nach nur 30 Minuten. Begleitet von Protesten versuchten sie im Anschluß Flugblätter vor ihrem Ladengeschäft “Hatecore” zu verteilen. Die Neonazis versuchten eine kleine Gruppe Menschen zu überfallen, was jedoch misslang.

Siehe auch Bündnis-Homepage

Aktueller Stand

Am gestrigen Abend versuchte eine Gruppe Neonazis in die Veranstaltung der SPD zu kommen und diese zu sprengen. Ein ausführlicher Bericht findet sich auf der Bündnis-Seite.

Zum kommenden Samstag und unserem Blockade-Training:

Der Ort des Blockade-Trainings ist geändert! Dieses findet jetzt um 14:15 Uhr im Gewerkschaftshaus (Heiligengeiststr. 28) am Lamberti-Platz statt!
Ihr seid also alle herzlich eingeladen zu kommen und bringt eure Freunde oder wem auch immer mit!
Angehörige neofaschistischer Organisationen und Parteien, Teilnehmer von neofaschistischen Veranstaltungen, Aufmärschen oder Konzerten haben zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt.

Um noch einmal deutlich zumachen, dass friedlicher ziviler Ungehorsam ein legititmes Mittel ist Neonazis-Aufmärsche zu verhindern, haben wir einen Informationstext (siehe unten) formuliert. Lasst euch nicht einschüchtern! Friedliche Blockaden stellen keine Straftaten dar und werden in den wenigsten Fällen überhaupt als Ordnungswidrigkeit geahndet!
Das Lüneburger „Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus“ steht hinter uns.

Heute findet in der Uni um 19 Uhr eine „Informationsveranstaltung zum Naziaufmarsch am 11.04., zu Nazistrukturen in Lüneburg und den geplanten Protesten“ statt.
Angehörige neofaschistischer Organisationen und Parteien, Teilnehmer von neofaschistischen Veranstaltungen, Aufmärschen oder Konzerten haben zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt.

Informationen zur Rechtslage: Blockade eines Naziaufmarsches

„Wir empfinden es teilweise als sehr unglücklich, wie unsere geplanten Aktionen in der Presse dargestellt wurden. Die einseitige Rechtsauffassung der Polizei stand unkommentiert im Raum. Das hat unnötig Angst verbreitet.“, sagt der Stadt- und Kreisschülerratssprecher Jonas Spengler im Rückblick auf die jüngsten Zeitungsberichte. Für die „Aktion: Lüneburger SchülerInnen gegen Rechts“ ist nach einem Gespräch mit einem Juristen klar, dass die Rechtslage keineswegs so eindeutig ist, wie die Polizei sie bisher darstellt:

Nach ihrer Auffassung wäre eine Blockade eines Naziaufmarsches eine Straftat nach §21 des Versammlungsgesetzes. Unerwähnt blieb dabei allerdings bis jetzt stets, dass für dessen Anwendung harte Fälle wie „Gewaltätigkeiten“ oder „groben Störungen“ der Versammlung vorliegen müssen. Zudem muss eine Absicht erkennbar sein, die ganze Veranstaltung „sprengen“ oder komplett undurchführbar machen zu wollen. Dem gegenüber steht der §29,4 des Versammlungsgesetzes, der die bloße Störung eines Aufzuges als Ordnungswidrigkeit festschreibt, die höchstens eine Geldbuße nach sich zieht – ähnlich wie falsch parken.

Unter welchen Paragrafen nun die Blockade eines Naziaufmarsches zu fassen ist, ist unter Juristen umstritten. Hinzu kommt, dass eine Blockade zunächst ebenfalls eine Versammlung nach Art. 8 des Grundgesetzes darstellt. Diese müsste also von der Polizei erst einmal aufgelöst werden, bevor überhaupt ein rechtlich bedenkliches Verhalten vorliegen kann.

Welcher Paragraf in einer eventuellen juristischen Bewertung tatsächlich angewendet wird, hängt aber auch davon ab, wie sich die Blockierenden verhalten. Dazu stellt der stellvertretende Stadtschülerratssprecher Matthias Orlikowski klar: „Im Falle einer Blockadesituation werden wir keine Gewalt anwenden – das stand von Anfang an als Selbstverständlichkeit fest. Aus diesem Grund ist uns auch das Blockadetraining am kommenden Samstag so wichtig: Wir wollen, dass jede und jeder im Falle des Falles weiß, wie besonnenes Verhalten in einer solchen Situation aussieht.“

Weiterhin führt er aus: „Wir wollen mit dem Blockadetraining der Angstmacherei entgegenwirken. Ein realistisches Bild soll junge Menschen zum Nachdenken bringen, die sich bis jetzt noch nicht vorstellen konnten an einer Aktion des zivilen Ungehorsames teil zu nehmen. Sie sollen dann in der Lage sein für sich zu entscheiden, wie sie mit dem Thema Blockade umgehen wollen.“

Die „Aktion: Lüneburger SchülerInnen gegen Rechts“ sieht zudem das politische Klima in der Stadt als maßgeblich für das Gelingen der Protestaktionen am Ostersamstag an. Stadt- und Kreisschülerratssprecher Jonas Spengler gibt sich in dieser Hinsicht optimistisch: „Auf dem letzten Bündnistreffen haben wir viel Zuspruch und Unterstützung erhalten. Wir sind nicht alleine mit der Einschätzung, dass wir Schülerinnen und Schüler zu Unrecht in eine Ecke mit Kriminellen geschoben worden sind. Bis zum 11.4. kann sich sicherlich noch manches Problem im Gespräch klären.“

Pressemitteilung des „Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus“

Auf einer Sitzung am gestrigen Dienstag hat das Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus ein sehr konstruktives Gespräch mit dem Lüneburger Polizeidirektor Felgentreu führen können. Zur Sprache kamen dabei der Aufmarsch der Neonazis und die geplanten Gegenaktionen des Bündnis am Ostersamstag.
„Das Bündnis hat Verständnis für die schwierige Situation der Polizei am 11.4. und es war sehr wichtig einmal in ruhiger und sachlicher Form mit Herrn Felgentreu diskutieren zu können. Das direkte Gespräch ist unserer Ansicht nach der einzige Weg die Veranstaltungen am Ostersamstag zu einem für beide Seiten akzeptablen Ausgang zu führen. Ich glaube, dass das Verständnis der Polizei für das Ansinnen des Bündnisses gewachsen ist, genauso wie auch das Bündnis sich nun besser in die schwierige Lage der Polizei hineinversetzen kann“, erklärt der Lüneburger DGB Chef, Hartwig Erb, für das Bündnis. In diesem wechselseitigen Lernprozess gibt es natürlich nach wie vor differenzierte Sichtweisen zu einzelnen Fragen. So wurde unter Anderem kontrovers über die Frage des von SchülerInnen angekündigten Blockadetrainings diskutiert.
„Unser Blockadetraining ist nicht dazu da, um Gewalt zu üben, sondern um das genaue Gegenteil zu erreichen. Jungen Menschen soll eine Möglichkeit gegeben werden zu lernen, wie man gewaltfrei und sicher mit Blockadesituationen umgeht. Es geht uns also um Gewaltprävention. Eine Blockade selbst ist als Aktion des zivilen Ungehorsams aus unserer Sicht gerechtfertigt und in diesem Falle auch nicht strafbar. Gerade dann nicht, wenn sie explizit gewaltfrei ist. Dahinter steckt für uns, dass wir auch gewaltfrei aufwachsen und leben wollen. Wir wollen uns frei entfalten und demokratisch mitbestimmen können, egal woher wir stammen, welcher Religion wir angehören, oder wie wir sexuell orientiert sind. Das alles wollen die Neonazis bekämpfen“, sagt der stellvertretende Stadtschülerratssprecher Matthias Orlikowski.
Im weiteren Verlauf der Sitzung berichteten Bündnismitglieder über verstärkte und zum Teil gewalttätige Aktivitäten der rechten Szene. So wurde Teilnehmern der DGB Veranstaltung am vergangenen Mittwoch vor deren Haustür von Neonazis aufgelauert. Danach wurden sie mit mehreren Fahrzeugen quer durch die Stadt verfolgt. Am Wochenende wurden dann die Fenster im „Anna und Arthur“ im Böll Haus in der Katzenstrasse eingeschlagen und im Laufe der Woche wurden Plakatständer des Bündnis beschädigt. Die Schaufenster des DGB Hauses sind am heutigen Mittwoch mit Aufklebern der NPD Jugendorganisation JN „verziert“ worden.
„Dies zeigt, dass die rechte Szene in Lüneburg zunehmend aggressiver wird. Wir wünschen uns daher, dass viele Menschen unterschiedlicher sozialer und politischer Herkunft sich am 11. April zu einer gemeinsamen Aktion zusammenfinden und den Neonazis zeigen, dass sie in Lüneburg unerwünscht sind. Unser Demonstrationszug wird sich hinter dem Banner versammeln: „Keine Neonazis in unserer Stadt““, erklärt Ariane Mahlke-Voß, Antragstellerin für eine Resolution gegen Rechts und Bündnismitglied.

Pressemitteilung: Warum blockieren!?

Wir, die „Aktion: Lüneburger SchülerInnen gegen Rechts“, haben für den 4. April 2009 zu einem Blockade-Training eingeladen, damit eine Gelegenheit existiert, sich selbst die Frage zu beantworten, ob man am 11.4 an einer Blockade des Neonazi-Aufmarsches teilnehmen will, und sich gegebenenfalls darauf vorzubereiten. Für den Großteil von uns ist aber bereits jetzt schon klar: Wir wollen uns den Neonazis mit einer gewaltfreien Blockade in den Weg stellen, weil wir vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte für uns eine besondere Verantwortung sehen.

Diese Aktion ist natürlich keine alltägliche politische Handlung. Doch vor dem Hintergrund, dass das Verbot der Stadt gegen den Neonazi-Aufmarsch gekippt wurde und damit die institutionellen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sehen wir sie als zivilen Ungehorsam legitimiert.

Wir begreifen unseren zivilen Ungehorsam als Teil einer reifen politischen Kultur und wollen dadurch öffentlichkeitswirksam klarstellen: Neonazis – ob in einer Partei organisiert oder nicht – stellen die demokratischen Grundlagen unser aller Miteinander massiv in Frage und arbeiten aktiv an ihrer Abschaffung. Sie lehnen demokratische und freiheitliche Werte ab und disqualifizieren sich damit für eine Berufung auf diese.

Uns ist klar, dass wir mit einer gewaltfreien Blockade eventuell gegen geltendes Recht verstoßen können. Wir ruhen uns nicht darauf aus, dass solche Aktionen in der Regel höchstens als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden: eine unter Umständen erfolgende Bestrafung nehmen wir bewusst in Kauf und wollen damit solidarisch umgehen. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen allerdings, dass Bestrafungen vor allem dann ausbleiben, wenn eine breite gesellschaftliche Unterstützung für die Blockade existiert.

Ein Paradebeispiel dafür ist Salzwedel. Im Dezember letzten Jahres hat ein breites bürgerliches Bündnis in Salzwedel es geschafft, den Naziaufmarsch zu blockieren und die Nazis nach Hause zu schicken. Unterzeichner des Blockadeaufrufs „Stop! Keinen Meter!“ (siehe auch www.keinenmeter.blogsport.de) war u.a. auch die Bürgermeisterin. Zu Strafanzeigen kam es nicht.
An diesem Beispiel wird deutlich, wie erfolgreich derartige friedliche Blockaden sein können, wenn sie von einem breiten Bündnis getragen werden.

Das muss auch in Lüneburg möglich sein! Das „Bündnis für Demokratie/ Netzwerk gegen Rechtsextremismus“ (bestehend u.a. aus Kirchen, Gewerkschaften, Parteien, Studierenden und SchülerInnen) hat in seinem Aufruf den Willen geäußert „gegen die Neonazis zu protestieren und dafür zu sorgen, dass Naziaufmärsche hier und anderswo nicht stattfinden“. Für uns, wie auch für andere Organisationen und Parteien im Bündnis, bedeutet dies keinen Ausschluss der Aktionsform des zivilen Ungehorsam bzw. der gewaltfreien Blockade. Wir fühlen uns damit in bester Gesellschaft mit unserem Oberbürgermeister, der sich selbst einer Lüneburger Neonazi-Demo in den Weg stellte.

Neonazi-Demo erlaubt!

Am letzten Donnerstag hat das Verwaltungsgericht Lüneburg das Verbot der Stadt Lüneburg gegen den Naziaufmarsch für rechtswidrig erklärt. Nicht nur die Demo der Rechten mit Beginn um 13 Uhr am Bahnhof ist damit erlaubt, sondern auch die beiden Mahnwachen vor den beiden Neonazi-Läden „Hatecore“ und „Black Crow Tattoo“ um 12 Uhr sind genehmigt.
Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts
Wo allerdings die Route der Nazis bzw. die des Lüneburger Bündnisses für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus verlaufen wird, wird sich vorraussichtlich erst Ende dieser Woche vorrausstellen.

Scrab-Artikel vom 26. März

Gemeinsam gegen Nazis
Schülerräte organisieren die Aktion „Augen auf!“

„Augen auf – Wir gemeinsam gegen Nazis“, unter diesem Motto startete der Stadt- und Kreisschülerrat Lüneburg in der vergangenen Woche seine Aktionen gegen den von Neonazis geplanten Aufmarsch am 11. April in Lüneburg. Bereits am Donnerstag verteilten Schülerinnen und Schüler der Gruppe „Aktion: Lüneburger SchülerInnen gegen Rechts“ vor den Berufsbildenden Schulen den Aufruf des Stadt- und Kreisschülerrats zu den Gegenaktivitäten am 11.4. „Wir knüpfen damit an das Engagement des letzten Stadtschülerrates an, der das Konzert „Aufmucken gegen Nazis“ und eine entsprechende Demo organisiert hat. Zudem liegt unsere Arbeit im Bildungsauftrag der Schulen begründet.“, erläutert der stellvertretende Stadtschülerratssprecher Matthias Orlikowski die Motivation der Schüler. Nicht nur ein Schüler-Aufruf, sondern auch ein Vortrag, der zur Aufklärung an verschiedenen Lüneburger Schulen dienen soll, wurde erarbeitet. Als Auftakt wurde dieser ebenfalls am letzten Donnerstag an der BBS I gehalten. Obwohl es an den Berufsbildenden Schulen häufiger zu Verteilaktionen von Neonazis kommt, waren die Rückmeldungen überwiegend positiv, wie eine Schülervertreterin der BBS I berichtet: „ Die Mehrheit der Rückmeldungen war jedoch sehr positiv. Ich wurde sogar von einer Lehrerin angesprochen, ob die Veranstaltung nicht noch einmal wiederholt werden könnte.“
Das Anliegen der aktiven Schüler verdeutlicht Matthias: „ Wir wollen den Schüler/innen zeigen, dass Neonazis mit ihrem menschenverachtenden Weltbild demokratischen Werte und Rechte insgesamt in Frage stellen. Es soll klar werden, dass in einer von neonazistischem Gedankengut geprägten Gesellschaft viele Dinge, die im Alltag der meisten Schüler selbstverständlich sind, undenkbar wären. Das Menschenbild der Neonazis kennt keine Gleichheit der Menschen, denn für sie ist jeder nur soviel Wert, wie er der so genannten „Volksgemeinschaft“ nützt. Bereichernde Einflüsse aus anderen Kulturen, die freie Entfaltung der Persönlichkeit und demokratische Mitbestimmung werden von ihrer Ideologie ebenfalls abgelehnt. Wer also z.B. homosexuell oder christlich ist, sich in einer Jugendgruppe engagiert oder aus einem anderen Land stammt, hat einen starken Grund gegen den Naziaufmarsch zu protestieren. Im Grunde müsste aber auch jeder, der Pizza mag oder „The Simpsons“-Fan ist, am 11.4 auf die Straße gehen. “
Für diesen Tag rufen die Schüler neben einer zahlreichen Teilnahme an der großen Gegendemo des „Lüneburger Bündnis für Demokratie/Netzwerk gegen Rechts“ auch zu einer Kundgebung am Gedenkstein „Am Altenbrücker Ziegelhof“ auf. Auch friedliche Blockaden schließt der Stadt- und Kreisschülerrat als Aktionsform nicht aus und bietet für Interessierte ein Blockade-Training am 4. April an, um sich auf eine mögliche Blockade vorzubereiten. Außerdem sind alle interessierten Schüler zu dem nächsten offenen Treffen der Gruppe „Aktion: Lüneburger SchülerInnen gegen Rechts“ am Freitag den 27. März um 16 Uhr im Haus der Jugend eingeladen. Angehörige neofaschistischer Organisationen und Parteien, Teilnehmer von neofaschistischen Veranstaltungen, Aufmärschen oder Konzerten haben zu diesen Veranstaltungen keinen Zutritt. Aktuelle Informationen sind auf der Homepage der Gruppe unter www.augenauf.blogsport.de zu finden.